Regeln, die Ersparnisse in Staatsschulden lenken oder Renditen unter der Inflation halten, nach Ländern.

Lenke · Regulatorisch gebundene Nachfrage

Mindestbestände an Schatzwechseln und Deckungskoeffizienten für Banken

Was es ist
Vorgabe, nach der jede Bank einen Mindestbestand an Schatzwechseln oder kurzfristigen Staatspapieren halten muss. Er wird oft anhand eines Stichtags zuzüglich eines Anteils des späteren Einlagenzuwachses festgelegt (Frankreichs „planchers“). Alternativ bindet ein „Deckungskoeffizient“ einen Teil der Bankverbindlichkeiten an Staatspapiere (Belgien).
Warum die Maßnahme zählt
Einlagenzuwächse bei Banken fließen automatisch zu administrativ festgelegten Zinsen in kurzfristige Staatspapiere. Dies verstetigt die Finanzierung kurzfristiger Schulden und garantiert die Abnahme neuer Schatzwechsel.

Wann die Regel in Kraft war

  • Frankreich: 1948, Historisch; Das Ende ist nicht dokumentiert
  • Frankreich: 1948 → 1967, Historisch
  • Belgien: 1956, Historisch; Die Regel kann älter sein als das zitierte Dokument; Das Ende ist nicht dokumentiert

3 Beispiele

  1. Frankreich

    1948Historisch

    Das Ende ist nicht dokumentiert · Laut Quellenbeleg: 1948-

    Ab dem 1. Oktober 1948 musste jede Bank Staatspapiere in Höhe von 95% ihres Bestands vom 30. September 1948 halten, zuzüglich 20% jedes späteren Anstiegs ihrer Verbindlichkeiten.

    Banque de France / Conseil national du crédit: instruction annexed to the Governor's letter of 30 September 1948 (minimum portfolio of 'valeurs du Trésor', the 'planchers')Sekundärquelle
    “Pour chaque banque, ce portefeuille minimum doit être égal à 95 % de son portefeuille en valeurs du Trésor, arrêté à la date du 30 septembre 1948”

    nbb.be (öffnet sich in einem neuen Tab)Geprüft: Zitat auf der Seite per Skript abgeglichen

    Frankreich heute: Index 54,6
  2. Frankreich

    1948 → 1967Historisch

    Laut Quellenbeleg: 1948-1960er-Jahre

    Der Soziologe Benjamin Lemoine beschreibt die Mindestbestände als seit 1948 erzwungene Zeichnung von Schatzwechseln durch Banken, die proportional zum Einlagenwachstum steigen musste. Das System wurde in der frühen Fünften Republik gelockert und dann abgeschafft, als der Finanzierungskreislauf ab den 1960er-Jahren aufgelöst wurde.

    Système des 'planchers' de bons du Trésor (post-war circuit du Trésor)Sekundärquelle
    “Le système dit des « planchers » contraint en effet les banques, à partir de 1948, à détenir dans leurs portefeuilles une proportion conséquente de bons”

    laviedesidees.fr (öffnet sich in einem neuen Tab)Geprüft: Zitat auf der Seite per Skript abgeglichen

    Frankreich heute: Index 54,6
  3. Belgien

    1956Historisch

    Die Regel kann älter sein als das zitierte Dokument · Das Ende ist nicht dokumentiert · Laut Quellenbeleg: 1956 (in Kraft)

    Belgische Banken unterlagen gesetzlichen Deckungskoeffizienten, die sie zum Halten von Staatspapieren verpflichteten. Der Finanzminister erklärte dem Ausschuss, dies beeinträchtige private Investitionen nicht, da die Banken in der Praxis weit mehr staatliche Titel hielten als gesetzlich vorgeschrieben.

    Coefficients de couverture imposed on Belgian banks, as discussed in the Chamber Finance Committee report on the 1956 Finance Ministry budget (28 February 1956)Primärquelle
    “Au sujet des coefficients de couverture imposés aux Banques, le Ministre fait remarquer que le concours apporté par celles-ci au financement de la trésorerie de l'Etat”

    lachambre.be (öffnet sich in einem neuen Tab)Geprüft: Zitat auf der Seite per Skript abgeglichen

    Belgien heute: Index 44,0

Beispiele und ihre Zeitangaben geprüft .

Weiterführende Literatur

12 weitere zu Regulatorisch gebundene Nachfrage